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2008 werden rund sechs Milliarden Rechnungen in Deutschland von Unternehmen auf dem Postweg als Papierrechnung verschickt. Wirtschaftsinformatiker der Universität Hannover gehen nach einer aktuellen Untersuchung davon aus, dass rund 80 bis 90 Prozent der Kosten eingespart werden können. Durch die Umstellung auf elektronische Rechnungsverarbeitung und Auslagerung der aufwändigen, bislang noch durch viele manuelle Tätigkeiten geprägten Arbeitsschritte auf externe Dienstleister könnte die deutsche Wirtschaft bei Kosten von bis zu zehn Euro pro Rechnung jährlich rund 54 Milliarden Euro sparen. In einem dreijährigen Forschungsprojekt gehen die Wissenschaftler unter Leitung von Prof. Dr. Michael H. Breitner zusammen mit Gerrit Hoppen, Vorstand der sgh Service AG, den Ursachen für die zögerliche Einführung der elektronischen Rechnungsverarbeitung in Deutschland auf den Grund.
Erste
Untersuchungen unter 50 Entscheidern und Experten aus Produktions- und
Handelsunternehmen zeigen, dass bislang noch 90 Prozent des
Rechnungsvolumens in Papierform vorliegen, nur neun Prozent werden
mittels EDI ausgetauscht und ein Prozent per Fax oder E-Mail. Für 34
Prozent der Befragten ist mangelndes Interesse auf Seiten der Versender
der Hinderungsgrund für eine rasche Umstellung auf den elektronischen
Austausch, 23 Prozent sehen noch keinen Bedarf. Ursächlich hierfür ist
laut Einschätzung der Wissenschaftler ein weitreichender Kenntnismangel
bei potenziellen Nutzern. „Obwohl die technologischen als auch
rechtlichen Gegebenheiten vorhanden sind, steckt die elektronische
Rechnungsstellung noch in den Kinderschuhen“, so Professor Breitner vom
Institut für Wirtschaftinformatik der Leibniz Universität Hannover. Die
Analysen der Wirtschaftsinformatiker ergaben, dass der Kenntnismangel
der potenziellen Nutzer elektronischer Rechnungen oft mit der komplexen
Steuer- und Signaturgesetzgebung in Deutschland zusammenhängt:
Möglichkeiten und Anforderungen des so genannten E-Invoicings sind oft
gar nicht oder nur unzureichend bekannt. Trotzdem können sich bereits
jetzt 72 Prozent der befragten Unternehmen vorstellen, Verfahren zur
elektronischen Rechnungsstellung einzuführen.
Für Durchblick bei
den komplexen rechtlichen Vorschriften und technischen Anforderungen
könnten externe Dienstleister sorgen, die sich auf die elektronische
Rechnungsbearbeitung spezialisiert haben und Erfahrung mit den
technischen und rechtlichen Grundlagen besitzen. Daher können sich 24
Prozent der Befragten auch den Einsatz eines
Full-Service-Dienstleisters vorstellen.
Die Forscher vom Institut
für Wirtschaftsinformatik gehen davon aus, dass sich die elektronische
Rechnung mittelfristig überall durchsetzen wird. „Wichtig ist hierbei
ein hersteller- und schnittstellenunabhängiges Consulting. Daher freuen
wir uns, dass wir nun die Möglichkeit haben, unsere Forschungen mit der
sgh als erfahrenem und unabhängigem Dienstleister mit direktem
Praxisbezug fortsetzen zu können“, so Professor Breitner. In den
kommenden drei Jahren werden die einzelnen Prozesse und
Einsparpotenziale bei der Rechnungsbearbeitung im Mittelpunkt eines
Forschungsprojektes stehen, das von der sgh Service AG praxisnah
unterstützt wird.
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